Hoch über dem Winzerstädtchen Freyburg in der alten
Kulturlandschaft
an der Unstrut gelegen, erstreckt sich die
mächtige Anlage der
Neuenburg.
Der Thüringer Graf Ludwig der Springer gründete sie um 1090 und
sicherte damit für seine Familie, die Ludowinger, den
Herrschaftsanspruch im Osten, wie dies im Westen seines Territoriums
durch die Wartburg geschah.
Mit dem Aufstieg der Familie, die als
Landgrafen von Thüringen in die erste Reihe der Reichsfürsten gehörte,
erfolgte der Ausbau der Neuenburg mit repräsentativen Wohnbauten,
mächtigen Türmen und Mauern. Eine architektonische Kostbarkeit ist noch
heute die um 1180 entstandene Doppelkapelle mit ihrer außergewöhnlichen
Bauzier.

Große Namen verbinden sich mit der mittelalterlichen Geschichte der
Neuenburg. Zu ihnen gehören der den Ludowingern verschwägerte
Kaiser
Barbarossa und an hervorragender Stelle die 1235 heilig gesprochene
Landgräfin Elisabeth von Thüringen.
1247 kam nach dem Aussterben der Ludowinger die Neuenburg in den
Besitz der Markgrafen von Meißen aus dem Hause Wettin.
Unter den Kurfürsten von Sachsen und den Herzögen von
Sachsen-Weißenfels erfolgte der Ausbau zum Wohn- und Jagdschloss.



Im Jahre 1815 gelangte Schloss Neuenburg in preußischen Besitz,
diente als Verwaltungssitz und preußische Staatsdomäne.
Mit der Errichtung eines Museums im Jahre 1935 entwickelte sich die
Neuenburg zu einem beliebten Ausflugsziel.
Nach dem Krieg war das
Museum seit 1951 für Besucher wieder geöffnet.
Fast in Vergessenheit geriet sie in den Jahren 1970 – 1989; Verfall
und Verwahrlosung waren die Folge einer langen Schließung.
Engagierte Bürger verschafften sich im Herbst 1989 Zutritt in die fest
verschlossene Burg. Das Bild, das sich ihnen dort bot, war
niederschmetternd – die
Bausubstanz ruinös und das vorhandene Kunstgut in einem katastrophalen
Zustand. Dem Verein zur Rettung und Erhaltung der Neuenburg e.V. ist es
zu verdanken, dass der Verfall gestoppt werden konnte und bereits 1991
wieder Gäste die Burg besuchen konnten.
Heute ist die Neuenburg in weiten Teilen in ihrem Bestand gesichert und wieder ein beliebtes Ausflugsziel und einer der Höhepunkte an der Straße der Romanik.
Die Ausstellung „Burg und Herrschaft – die Neuenburg und die
Landgrafschaft Thüringen im hohen Mittelalter“ erinnert an die
Glanzzeit der Anlage.
In weiteren Ausstellungen und in der Kinderkemenate wird Kultur in
aller Vielfalt geboten. Dazu gehört auch das jährlich stattfindende
Festival „montalbâne – die internationalen Tage der mittelalterlichen
Musik“, das an die Tradition der ritterlich-höfischen Kultur anknüpft.
um 1090 |
Gründung der Burg durch den thüringischen Grafen Ludwig den Springer |
| 1131 | Der Sohn Ludwigs des Springers, Ludwig I., erhält die Würden eines Landgrafen von Thüringen. Damit gehören die Ludowinger zu den mächtigsten Reichsfürstengeschlechtern. |
| bis 1150 | Entstehung der ersten Burganlage mit Bergfried, Burgkapelle, Wohn- und Wirtschaftsbauten. |
| um 1180 | Errichtung der
Doppelkapelle – sie stellt ein
architektonisches Kleinod dar. Besonders bemerkenswert ist die außergewöhnliche Bauzier. |
| 1227 | Unter dem Landgrafen
Ludwig IV. wird in einer
hochmittelalterlichen Bauphase die Burg weiter ausgebaut. |
| 1247 | Aussterben der Ludowinger im Mannesstamm – die Burg geht in den Besitz der Markgrafen von Meißen aus dem Hause Wettin über. |
| im 16. Jh. | erfolgt unter dem Kurfürsten von Sachsen der Umbau zum Wohn- und Jagdschloss. |
| 17./18. Jh. | weitere Baumaßnahmen durch die Herzöge von Sachsen-Weißenfels. |
| 1815 | Die Neuenburg geht in den preußischen Staatsbesitz über. Es werden umfangreiche Instandsetzungs- und Restaurierungsarbeiten durchgeführt. |
| 1935 | Einrichtung eines Museums |
| 1945 | Die Vorburg fiel unter die
Bodenreform und wurde dann
jahrzehntelang durch die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) genutzt. |
| 1951 | Wiedereröffnung des Museums nach dem Krieg. |
| 1970 | erfolgt die Schließung des Museums und der Burg – Verfall und Verwahrlosung setzen ein. |
| 1989 | Engagierte Bürger
verschaffen sich Zutritt zu der
geschlossenen Burg – der Zustand von Bausubstanz und Kunstgut ist
miserabel. Es gründet sich der Verein zur Rettung und Erhaltung der Neuenburg e.V. |
| 1990 | wird das Museum
wiedereröffnet. Umfangreiche Instandsetzungs-
und Restaurierungsarbeiten setzen ein. |
| 1997 | Die Anlage geht in den Besitz der Stiftung Schlösser, Burgen und Gärten des Landes Sachsen-Anhalt über. Sie ist somit für die bauliche Erhaltung zuständig. |
| 2003 | Im Museum Schloss
Neuenburg wird die Dauerausstellung „Burg
und Herrschaft. Die Neuenburg und die Landgrafschaft Thüringen im hohen Mittelalter“ eröffnet. |
| 2005 | Museum und Personal unterstehen ab 1. Januar der Stiftung. |
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