Schloss Plötzkau

Schloss Plötzkau

Geschichte

Schloss Plötzkau – Renaissance-Anlage auf mittelalterlichen Mauern


Schloss Plötzkau
Schloss Plötzkau


Bereits im 11. Jahrhundert erhob sich etwa sechs Kilometer nördlich von
Alsleben auf einem Felsvorsprung über der Saaleaue die Burg der Grafen
von Plötzkau.

Während der Auseinandersetzungen zwischen Askaniern und Welfen um die Herrschaft in Sachsen wurde die Burg 1139 vom Welfen Heinrich dem Stolzen zerstört.


Der Askanier Albrecht der Bär übernahm nur wenige Jahre später die
Plötzkauer Besitzungen als Reichslehen.




Seit 1435 im Besitz der Linie Anhalt-Bernburg, baute Fürst Bernhard von 1566 bis 1573 die Burg unter Einbeziehung ihrer alten Substanz zu einem Schloss im Stil der Renaissance um. Es entstanden über 70 Gemächer, Säle und Stuben, darunter auch ein stark gesichertes "heimliches Gemach".

Aus dieser Zeit stammt ein Sandsteinkamin, der noch heute den ehemaligen Fürstensaal ziert. Sein prunkvoller Aufsatz wird dem Torgauer Bildhauer Georg Schröter zugeschrieben und eine lateinische Inschrift besagt, dass das Bauwerk am 9. November 1567 vollendet wurde.

Ebenso bemerkenswert ist die Stuckdecke im Fürstensaal mit den Initialen VF, die auf Victor Friedrich von Anhalt-Bernburg (1700-1765) verweisen.

Schloss Plötzkau


1983 wurden im verfüllten Burggraben neben Skeletteilen auch zahlreiche Münzen aus
dem 17. und 18. Jh. gefunden, die belegen, dass in Plötzkau Münzen geprägt wurden.

Im 18. Jh. als Residenz schließlich aufgegeben, wurde von 1741 an im Schloss eine Lackwarenfabrik betrieben und von 1841 bis 1874 diente es als "Straf- und Besserungsanstalt".



Zu den Insassen gehörten "Landstreicher, Trunkenbolde und ähnliches arbeitsscheues Gesindel" sowie entlassene Zuchthäusler, die - wie es hieß - "durch Einsperrung und ständige Beschäftigung zu Tatkraft und ordentlicher Lebensweise" angehalten werden sollten.

Mit Auflösung der Strafanstalt wurde Schloss Plötzkau Teil der Domäne.
Nach 1945 zeitweise von Flüchtlingen bewohnt, nutzte das Landesmuseum für Ur- und Frühgeschichte die
Räume als Depot für seine Sammlungen bis 1992.

Schloss Plötzkau


Die Schlossanlage wurde weder im Dreißigjährigen Krieg noch später zerstört.
So ist sie heute ein anschauliches Beispiel von frühem Schlossbau in Mitteldeutschland.

Ihre Größe und Kompaktheit ist heute das Problem für eine angemessene und
dauerhafte Nutzung.So steht dieses ungewöhnliche Ensemble in weiten Teilen leer.





Derzeit nutzt der Schlossverein Plötzkau e.V. Teile der Schlossanlage, um Kinder und Jugendliche mit der regionalen und örtlichen Geschichte experimentell vertraut zu machen.

Das Schlosscafé "Sassenbloume" lädt zum Verweilen ein und bietet viele Veranstaltungen an.


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Zeittafel

1049 erstmals als Burg der Grafen von Plötzkau erwähnt.
1069 Bernhard I. ist der erste Graf in Plötzkau.
1147 Mit dem Tod des Bernhard II. starb das Geschlecht aus. Bereits vor seinem Tod stritten sich
der Askanier Heinrich der Bär und der Welfe Heinrich der Löwe um das Plötzkauer Erbe.
1152 Plötzkau befindet sich im Besitz der Askanier.
1170 Eigentum der Grafen von Anhalt.
1180-1260 Besitz der askanischen Herzöge von Sachsen.
Ab 1436 im Besitz der Linie Anhalt-Bernburg.
1566-1573 wird auf dem romanischen Grundbestand ein Renaissancewohnschloss errichtet.
1611 Fürst Christian I. von Anhalt-Bernburg verkauft das Amt Plötzkau für 100 000 Taler an
seinen Bruder August. Dieser errichtet dort das souveräne reichsunmittelbare Fürstentum Anhalt-Plötzkau.
1623 Mit Lehensreitern und 20 Kriegsknechten erhält das Fürstentum eine eigene Armee.
Das Ländchen umfasste 40 Quadratkilometer und hatte 2000 Bewohner.
1665 Die Linie Anhalt-Köthen stirbt aus, die Herrschaft Köthen fällt laut Erbvertrag an den Fürsten
von Plötzkau. Das Fürstentum Anhalt-Plötzkau erlosch nach 54jährigen Bestehen.
1709 Fürst Wilhelm aus der Linie Harzgerode-Bernburg stirbt auf Plötzkau.
Das Schloss fällt an die Linie der Bernburger Fürsten.
1741 Es wird eine japanische Lackwaren- und eine Tabakwarenfabirk eingerichtet.
1841-1884 diente das Schloss als Besserungsanstalt.
1884 Im Oktober das Jahres wurde das Schloss Teil der Domäne.
Nach 1945 wurden Flüchtlingsfamilien in der Anlage untergebracht.
1980iger Jahre Erste Erhaltungsmaßnahmen fanden unter Leitung von Günter Bartel, Physiklehrer aus Plötzkau, statt.
1996 Die Schlossanlage geht in das Eigentum der Stiftung über.


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Informationen


Schlossverein Plötzkau e.V.
Schloss Plötzkau  - Haus am Turm
1. Vorsitzender
Cord Rose-Borsum
Hauptstraße 47
06425 Plötzkau

Telefon: 034692 / 28944
Mobil: 0173 / 35 77747


Schlosscafé "Sassenbloume"
Schlosshof 1
06425 Plötzkau

Tel.: 034 692 / 38 121
Fax: 034 692 / 38 123

www.sassenbloume.com
 

Schloss Plötzkau
Schloss Plötzkau


Öffnungszeiten Schlosscafé

Oktober bis Dezember
Mo + Di Ruhetag
Mittwoch bis Freitag ab 16.00 Uhr
Samstag und Sonntag ab 12.00 Uhr
Sonderöffnungszeiten jederzeit möglich

Januar und Februar
                                           Freitag ab 16.00 Uhr
                                           Samstag, Sonntag und FT ab 12.00 Uhr
                                           Sonderöffnungszeiten jederzeit möglich

                                          
                                            Öffnungszeiten Schloss / Turm / Kinderkemenate
                                            Mo - Fr         10 - 16 Uhr
                                            Sa/So/FT      11 - 17 Uhr
                                            Tel.: 0176 / 513 88 55 3  

                                          
                                           Eintrittsgelder Turm
Erwachsene   1,00 €
Kinder            0,50 €
Turmführung ab 10 Personen






Sonstige Informationen

Wegbeschreibung

Besucher erreichen das Schlossensemble bequem über die A14 Abfahrt Plötzkau oder über die B71.

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Veranstaltungen

Angebot Kinderkemenate

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Vermietung

Schlosshof

Schloss Plötzkau


            Der Schlosshof ist geeignet für:

      
   in kleinerem Rahmen.





Größe: ca. 800 m²
Nutzung: ganzjährig

Bewirtung:

Ausschließlich über Gastronomie „Schlosscafé“ in der Schlossanlage möglich. (Tel.: 0151 / 160 500 635)

Nutzungsentgelt:

zzgl. Betriebskosten für Strom, Wasser und Abwasser.
Die Endreinigung obliegt dem Nutzer.

Ansprechpartner:

Stiftung Dome und Schlösser in Sachsen-Anhalt
Schloss Leitzkau
39279 Leitzkau

Frau Marion Gacek
Tel.-Nr.: 039 241/ 934 32
m.gacek@dome-schloesser.de

Frau Martina Barth
Tel.-Nr. 039 241/ 934 46
m.barth@dome-schloesser.de

Fax-Nr.: 039 241/ 934 34
  

Ansprechpartner für die Organisation vor Ort:

Verein Schloss Plötzkau e.V.
Schloss Plötzkau - Prinzenhaus
1. Vorsitzender
Herr Cord Rose-Borsum
Hauptstraße 47
06425 Plötzkau
Tel.-Nr.: 034 692/ 28 944

 

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