
Bereits im 11. Jahrhundert erhob sich etwa sechs Kilometer nördlich von
Alsleben auf einem Felsvorsprung über der Saaleaue die Burg der Grafen
von Plötzkau.
Während der Auseinandersetzungen zwischen Askaniern und
Welfen um die Herrschaft in Sachsen wurde die Burg 1139 vom Welfen
Heinrich dem
Stolzen zerstört.
Der Askanier Albrecht der Bär übernahm nur wenige Jahre später die
Plötzkauer Besitzungen als Reichslehen.
Aus dieser Zeit stammt ein Sandsteinkamin, der noch heute den
ehemaligen Fürstensaal ziert. Sein prunkvoller Aufsatz wird dem
Torgauer Bildhauer Georg Schröter zugeschrieben und eine lateinische
Inschrift besagt, dass das Bauwerk am 9. November 1567 vollendet wurde.
Ebenso bemerkenswert ist die Stuckdecke im Fürstensaal mit den
Initialen VF, die auf Victor Friedrich von Anhalt-Bernburg
(1700-1765) verweisen.
1983 wurden im verfüllten Burggraben neben Skeletteilen auch
zahlreiche Münzen aus
dem 17. und 18. Jh. gefunden, die belegen, dass
in Plötzkau Münzen geprägt wurden.
Im 18. Jh. als Residenz schließlich
aufgegeben, wurde von 1741 an im Schloss eine Lackwarenfabrik betrieben
und von 1841 bis 1874 diente es als "Straf- und Besserungsanstalt".
Mit Auflösung der Strafanstalt wurde Schloss Plötzkau Teil der
Domäne.
Nach 1945 zeitweise von Flüchtlingen bewohnt, nutzte das Landesmuseum
für Ur- und Frühgeschichte die
Räume als Depot für seine Sammlungen bis
1992.
Die Schlossanlage wurde weder im Dreißigjährigen Krieg noch später
zerstört.
So ist sie heute ein anschauliches Beispiel von frühem
Schlossbau in Mitteldeutschland.
Ihre Größe und Kompaktheit ist heute das Problem für eine
angemessene
und
dauerhafte Nutzung.So steht dieses ungewöhnliche Ensemble in weiten
Teilen leer.
Das Schlosscafé "Sassenbloume" lädt zum Verweilen ein und bietet
viele Veranstaltungen an.
| 1049 | erstmals als Burg der Grafen von Plötzkau erwähnt. |
| 1069 | Bernhard I. ist der erste Graf in Plötzkau. |
| 1147 | Mit dem Tod des Bernhard
II. starb das Geschlecht aus.
Bereits vor seinem Tod stritten sich der Askanier Heinrich der Bär und der Welfe Heinrich der Löwe um das Plötzkauer Erbe. |
| 1152 | Plötzkau befindet sich im Besitz der Askanier. |
| 1170 | Eigentum der Grafen von Anhalt. |
| 1180-1260 | Besitz der askanischen Herzöge von Sachsen. |
| Ab 1436 | im Besitz der Linie Anhalt-Bernburg. |
| 1566-1573 | wird auf dem romanischen Grundbestand ein Renaissancewohnschloss errichtet. |
| 1611 | Fürst Christian I. von
Anhalt-Bernburg verkauft das Amt
Plötzkau für 100 000 Taler an seinen Bruder August. Dieser errichtet dort das souveräne reichsunmittelbare Fürstentum Anhalt-Plötzkau. |
| 1623 | Mit Lehensreitern und 20
Kriegsknechten erhält das Fürstentum
eine eigene Armee. Das Ländchen umfasste 40 Quadratkilometer und hatte 2000 Bewohner. |
| 1665 | Die Linie Anhalt-Köthen
stirbt aus, die Herrschaft Köthen
fällt laut Erbvertrag an den Fürsten von Plötzkau. Das Fürstentum Anhalt-Plötzkau erlosch nach 54jährigen Bestehen. |
| 1709 | Fürst Wilhelm aus der
Linie Harzgerode-Bernburg stirbt auf
Plötzkau. Das Schloss fällt an die Linie der Bernburger Fürsten. |
| 1741 | Es wird eine japanische Lackwaren- und eine Tabakwarenfabirk eingerichtet. |
| 1841-1884 | diente das Schloss als Besserungsanstalt. |
| 1884 | Im Oktober das Jahres wurde das Schloss Teil der Domäne. |
| Nach 1945 | wurden Flüchtlingsfamilien in der Anlage untergebracht. |
| 1980iger Jahre | Erste Erhaltungsmaßnahmen fanden unter Leitung von Günter Bartel, Physiklehrer aus Plötzkau, statt. |
| 1996 | Die Schlossanlage geht in das Eigentum der Stiftung über. |
Schlossverein Plötzkau e.V.
Schloss Plötzkau - Haus am Turm
1. Vorsitzender
Cord Rose-Borsum
Hauptstraße 47
06425 Plötzkau
Telefon: 034692 / 28944
Mobil: 0173 / 35 77747
Schlosscafé "Sassenbloume"
Schlosshof 1
06425 Plötzkau

Besucher erreichen das Schlossensemble bequem über die A14 Abfahrt
Plötzkau oder über die B71.

Der
Schlosshof ist geeignet für:
| Größe: | ca. 800 m² |
| Nutzung: | ganzjährig |
Bewirtung: |
Ausschließlich über Gastronomie „Schlosscafé“ in der Schlossanlage möglich. (Tel.: 0151 / 160 500 635) |
Nutzungsentgelt: |
zzgl. Betriebskosten für Strom, Wasser und Abwasser. Die Endreinigung obliegt dem Nutzer. |
Ansprechpartner: |
Stiftung Dome und Schlösser in Sachsen-Anhalt Schloss Leitzkau 39279 Leitzkau Frau Marion Gacek Tel.-Nr.: 039 241/ 934 32 m.gacek@dome-schloesser.de Frau Martina Barth Tel.-Nr. 039 241/ 934 46 m.barth@dome-schloesser.de Fax-Nr.: 039 241/ 934 34 |
Ansprechpartner für die Organisation vor Ort: |
Verein Schloss Plötzkau e.V. Schloss Plötzkau - Prinzenhaus 1. Vorsitzender Herr Cord Rose-Borsum Hauptstraße 47 06425 Plötzkau Tel.-Nr.: 034 692/ 28 944 |